Vom Garten an das Steinhuder Meer
🌱 Gebratener Knollensellerie mit samtiger Kartoffelcreme dazu glasiertes Wurzelgemüse, vegane Zwiebel-Pilz-Jus und gerösteter Buchweizen für 4 Personen.
Dieses Gericht stellt die Vielfalt regionaler Gemüse in den Mittelpunkt. Goldbraun gebratener Knollensellerie bildet das Herzstück, während eine samtige Kartoffelcreme für Milde und Eleganz sorgt. Saisonales Wurzelgemüse bringt Farbe und natürliche Süße auf den Teller. Die kräftige, dunkle Zwiebel-Pilz-Jus verbindet die einzelnen Komponenten, während gerösteter Buchweizen einen nussigen Geschmack und einen feinen Crunch beisteuert.
📝 Zutaten:
Gebratener Knollensellerie
* 1 großer Knollensellerie, ca. 800–1.000 g
* 2 EL Rapsöl
* 30 g vegane Butter
* 2 Zweige Thymian
* 1 Knoblauchzehe
* Salz
* Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Samtige Kartoffelcreme
- 500 g mehligkochende Kartoffeln
- 100 ml ungesüßter Pflanzendrink, beispielsweise Haferdrink
- 60 ml pflanzliche Kochcreme
- 40 g vegane Butter
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- Salz
- Weißer Pfeffer
Glasiertes Wurzelgemüse
- 2 mittelgroße Möhren
- 2 kleine Pastinaken
- 1 kleine Petersilienwurzel
- 150 ml Gemüsefond
- 20 g vegane Butter
- 1 TL Ahornsirup
- 1 Zweig Thymian
- Salz
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Vegane Zwiebel-Pilz-Jus
- 3 große Zwiebeln
- 200 g braune Champignons
- 1 kleine Möhre
- 1 Stück Knollensellerie, ca. 80 g
- 1 EL Tomatenmark
- 150 ml trockener Rotwein, vegan geklärt
- 600 ml kräftiger Gemüsefond
- 1 TL helle oder dunkle Misopaste, vegan
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Zweige Thymian
- 1 EL Rapsöl
- 1 TL Sojasauce
- 1 TL Speisestärke, optional
- Salz und schwarzer Pfeffer nach Bedarf
Gerösteter Buchweizen
- 40 g Buchweizen
- 1 TL Rapsöl
- 1 kleine Prise Salz
Kräuteröl
- 30 g glatte Petersilie
- 80 ml neutrales Pflanzenöl
- 1 kleine Prise Salz
Garnitur
- Einige kleine Blätter Petersilie oder Kerbel
- Einige feine Thymianblättchen
- Optional: wenige Tropfen Kräuteröl
Regionaler Gedanke: Bevorzuge Kartoffeln, Sellerie, Möhren und Pastinaken aus regionalem Anbau. Gerade im Herbst und Winter sind diese Gemüse rund um das Steinhuder Meer eine passende Grundlage für eine saisonale Küche.
👨🍳 Zubereitung:
1. Die vegane Zwiebel-Pilz-Jus
Die Jus ist das aromatische Fundament des Gerichts. Sie soll kräftig, dunkel und ausgewogen schmecken und später in einem eleganten Bogen über den Teller geführt werden.
- Zwiebeln schälen und grob würfeln. Champignons putzen und vierteln
- Möhre und Sellerie ebenfalls grob würfeln
- Das Rapsöl in einem ausreichend großen Topf erhitzen
- Zwiebeln bei mittlerer bis hoher Hitze kräftig anrösten – sie dürfen eine tief goldbraune Farbe entwickeln, sollten aber nicht verbrennen
- Champignons, Möhre und Sellerie hinzugeben und ebenfalls kräftig rösten
- Das Tomatenmark einrühren und etwa zwei Minuten mitrösten
- Mit Rotwein ablöschen und den Bratensatz vom Topfboden lösen
- Den Rotwein auf ungefähr ein Drittel reduzieren lassen
- Gemüsefond, Lorbeerblatt und Thymian hinzufügen
- Die Jus bei niedriger Hitze etwa 35–45 Minuten offen köcheln lassen
- Durch ein feines Sieb passieren. Das Gemüse dabei nicht stark ausdrücken, damit die Jus klar bleibt
- Die Flüssigkeit erneut aufkochen und reduzieren, bis sie eine kräftige Aromatik und eine leicht sämige Konsistenz erreicht
- Misopaste und Sojasauce einrühren
- Abschließend abschmecken. Salz erst jetzt sparsam ergänzen
Sollte die Jus noch zu dünn sein, kann sie weiter reduziert werden. Alternativ lässt sie sich mit einer kleinen Menge in kaltem Wasser angerührter Speisestärke leicht binden. Wichtig für die Präsentation: Die Jus muss so konzentriert sein, dass sie auf dem Teller einen sauberen, glänzenden Bogen bildet und nicht unkontrolliert auseinanderläuft.
2. Das Kräuteröl
- Petersilie gründlich waschen und sehr gut trocknen
- Die Blätter mit dem neutralen Pflanzenöl in einen leistungsstarken Mixer geben
- Etwa zwei Minuten fein mixen, bis das Öl eine intensive grüne Farbe annimmt
- Das Öl durch ein sehr feines Sieb oder ein Passiertuch filtern
- Bis zum Anrichten kühl aufbewahren
Das Kräuteröl soll sparsam eingesetzt werden. Es dient als frischer, grüner Akzent und nicht als zusätzliche Sauce.
3. Der Buchweizen-Crunch
- Den Buchweizen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze rösten
- Regelmäßig schwenken, bis er duftet und eine leicht nussige Note entwickelt
- Das Rapsöl hinzugeben und kurz durchschwenken
- Mit einer kleinen Prise Salz würzen
- Auf einem Teller ausbreiten und vollständig abkühlen lassen
Der Buchweizen sorgt für einen gezielten Kontrast zur weichen Kartoffelcreme und zum zarten Sellerie.
4. Die samtige Kartoffelcreme
- Kartoffeln schälen und in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen
- Abgießen und kurz ausdampfen lassen
- Pflanzendrink und pflanzliche Kochcreme gemeinsam erwärmen
- Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse drücken
- Die warme Flüssigkeit und die vegane Butter nach und nach einarbeiten
- Mit Muskatnuss, Salz und weißem Pfeffer abschmecken
Die Creme sollte glatt, geschmeidig und fein sein. Bis zum Servieren warm halten.
Fine-Dining-Tipp: Verwende keinen Pürierstab. Durch zu starkes Mixen kann Kartoffelstärke freigesetzt werden, wodurch die Creme klebrig wird. Falls nötig, kannst du die Kartoffelcreme vor dem Anrichten durch ein feines Sieb streichen.
5. Der gebratene Knollensellerie
- Knollensellerie schälen und in vier gleichmäßige, etwa 2,5–3 cm dicke Scheiben schneiden
- Die Scheiben gegebenenfalls leicht rund formen, damit sie auf dem Teller besonders gleichmäßig wirken
- Das Rapsöl in einer Pfanne erhitzen
- Selleriescheiben von beiden Seiten goldbraun anbraten
- Vegane Butter, Thymian und die angedrückte Knoblauchzehe hinzugeben
- Den Sellerie mit dem aromatisierten Fett übergießen
- Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 15–25 Minuten fertig garen, abhängig von der Dicke
- Mit einem kleinen Messer prüfen, ob der Sellerie weich ist
- Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken
Der Sellerie soll außen goldbraun und innen zart sein, dabei aber seine Form behalten.
6. Das glasierte Wurzelgemüse
- Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzel schälen
- In gleichmäßige, längliche Stücke schneiden
- Gemüsefond in einer breiten Pfanne erhitzen
- Das Gemüse mit Thymian hineingeben und bei mittlerer Hitze bissfest garen
- Vegane Butter und Ahornsirup hinzufügen
- Die Flüssigkeit vorsichtig einkochen lassen, bis sie sich mit der Butter zu einer feinen Glasur verbindet
- Das Gemüse darin schwenken, bis die Stücke glänzen
- Mit Salz und Pfeffer abschmecken
Die Gemüse sollen ihre natürliche Farbe behalten und nicht zu weich werden. Für die Anrichtung einzelne besonders schöne Stücke auswählen.
🍽️ Anrichten:
Der Teller soll modern, ruhig und elegant wirken. Der Sellerie bildet den Mittelpunkt, die Kartoffelcreme schafft eine weiche Basis und die dunkle Jus verbindet die Komponenten durch einen präzisen Bogen. Verwende möglichst große, helle Teller mit ausreichend freier Fläche.
1. Die Kartoffelcreme platzieren
- Setze einen großzügigen Löffel Kartoffelcreme leicht seitlich der Tellermitte auf den Teller
- Ziehe die Creme mit der Rückseite eines Löffels zu einem kurzen, geschwungenen Oval aus
- Die Form soll bewusst gestaltet wirken, aber nicht zu geometrisch sein
2. Den Sellerie in Szene setzen
- Platziere eine Scheibe des gebratenen Knollenselleries leicht versetzt auf oder unmittelbar neben der Kartoffelcreme
- Der Sellerie soll als Hauptkomponente klar erkennbar bleiben
- Achte darauf, dass die goldbraune Oberfläche sichtbar ist
3. Das Wurzelgemüse arrangieren
- Ordne die glasierten Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzeln in einer kleinen, lockeren Gruppe neben dem Sellerie an
- Arbeite mit unterschiedlichen Höhen und Richtungen, ohne die Komponenten übereinanderzustapeln
- Einige Gemüsestücke dürfen sich leicht an den Sellerie anlehnen. So entsteht eine natürliche Verbindung zwischen den einzelnen Bestandteilen
4. Die Jus im eleganten Bogen ziehen
Jetzt kommt das zentrale Gestaltungselement.
- Gib die warme Zwiebel-Pilz-Jus mit einem Löffel auf den Teller und ziehe sie in einem gleichmäßigen Bogen um die Hauptkomponenten
- Der Bogen darf am Rand der Kartoffelcreme beginnen und sich in einer fließenden Linie um den Sellerie herumziehen
- Wichtig: Die Jus soll den Sellerie nicht vollständig bedecken. Sie ist ein geschmacklicher und optischer Rahmen, der die einzelnen Komponenten verbindet
- Verwende lieber einen präzisen, glänzenden Bogen als eine große Menge Sauce
5. Den Buchweizen-Crunch setzen
- Streue etwas gerösteten Buchweizen gezielt auf die Kartoffelcreme und vereinzelt neben den Sellerie
- Verteile ihn nicht über den gesamten Teller, so bleibt der Crunch ein bewusster Akzent und behält seine Wirkung
6. Das Kräuteröl ergänzen
- Setze wenige kleine Tropfen Kräuteröl an ausgewählten Stellen neben die Jus oder auf die Kartoffelcreme
- Das intensive Grün bildet einen frischen Farbkontrast zur dunklen Sauce und den goldbraunen Gemüsekomponenten
- Weniger ist hier ausdrücklich mehr
Finish
- Ergänze einige kleine Kerbel- oder Petersilienblätter
- Prüfe den Teller auf überflüssige Tropfen und wische den Rand sauber
Das Gericht soll aus der Perspektive des Gastes klar aufgebaut sein: Sellerie als Mittelpunkt, Kartoffelcreme als ruhige Basis, Gemüse als farblicher Akzent und die Jus als verbindender Bogen
Die Idee des Tellers:
- Röstaromen: Der Sellerie und die kräftig angerösteten Zwiebeln liefern Tiefe und herzhafte Noten
- Cremigkeit: Die Kartoffelcreme schafft einen milden Gegenpol zur konzentrierten Jus
- Süße und Frische: Das glasierte Wurzelgemüse bringt natürliche Süße und unterschiedliche Gemüsearomen mit
- Umami: Champignons, Tomatenmark, Miso und die reduzierte Jus sorgen für einen intensiven Geschmack, ganz ohne tierische Zutaten
- Textur: Der geröstete Buchweizen setzt einen nussigen, knusprigen Akzent
- Optik: Der dunkle Saucenbogen, die grüne Farbe des Kräuteröls und die goldbraunen Oberflächen ergeben ein klares, elegantes Tellerbild
Dieses Gericht lässt sich hervorragend an die Jahreszeiten rund um das Steinhuder Meer anpassen. Im Herbst und Winter stehen Sellerie, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken und Petersilienwurzeln im Mittelpunkt. Im Frühjahr können beispielsweise junge Möhren oder andere saisonale Gemüse ergänzt werden.
Gastronomie Steinhuder Meer wünscht Guten Appetit ! ❤️