Steinhuder Pilsener

Am 21.Oktober 1477 verlieh Graf Erich seinen lewen getruwen und undersaten, den van der Stenhude einen freien Ratskeller. Wann man mit dem Bau wirklich begann, wie er aussah und wie lange der erste Ratskeller stand, ist unbekannt.

1559 wurde das Bierbrauen in den Dörfern verboten. Amtmann Klenke aus Stadthagen stellte im gräflichen Auftrag fest, wie viele Brauer es im Ampte Hagenborg gab. Nur im Keller von Hagenburg und Steinhude wurde selbst gebraut, der „Kroger von Heythorne“ braue nicht selbst, so teilte er dem Grafen mit. Auch die „Krüger“ sollten nicht mehr selbst brauen. Es gab auch einen vereidigten Gersteneinkäufer für die Brauer. Das Brauhaus hinten am Ratskeller war schon lange baufällig und die Regierung hatte mit unangenehmen Verfügungen gedroht, falls keine Besserung einträte.

In dem über 200 Jahre alten Ratskellergebäude wurden neben dem Bierausschank auch Ratssitzungen, Schat- und Bürgertage abgehalten und er besaß auch eine Arrestzelle. Am 5. Mai 1864 wurde beschlossen den alten Keller abzureißen und neu zu bauen.

Der Neubau des Brauhauses wurde 1863 vom Pächter D. Schweer in Betrieb genommen. 1880 übernahm die Familie Rössler die Brauerei. Im gleichen Jahr wurde ein neuer Eiskeller gebaut. Bekannt in der Seeprovinz waren „Steinhuder Gold“, „Steinhuder Pilsener“ und zur Weihnachtszeit das Bockbier. Nach Rössler folgte 1913 Wesch.

1917 ging es mit der Brauerei zu Ende. 1920 kaufte Heinrich Heidemann die Brauerei- Gaststätte. Aus den Zwanzigern wird von einer Kegelbahn berichtet. Bis über die Mitte der Fünfziger wurden noch die Eiskeller benutzt. 1958 sprengte der THW den 23 Meter hohen Schornstein der Brauerei. Bis 1975 war der jetzige Eigentümer der Brauerei-Gaststätte Heinrich Heidemann auch öffentlich bestellter „Wäger“ der Fahrzeugwaage vor dem Gebäude.

Bis Ende der 50 er Jahre gehörte das „Eisen“ zum gewohnten Bild in Steinhude. Die Brauereien, die Lindener, die Städtische und die Schaumburger ließen den Eiskeller in der Braustrasse mit Steinhuder-Meer-Eis füllen, um auch im Sommer kühles Bier anbieten zu können. Elektrische Kühlanlagen setzten sich erst nach und nach durch.

Zehn bis elf Tage dauerte es, dann hatte die Schaumburger Brauerei ihren Keller voll. Den Transport für diese Brauerei besorgten die Landwirte Behling „Meier Dirk“, Kelb und Rödemeier.

Buchquelle:
„Steinhude …bevor die Fremden kamen“ von Rudi Diersche

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