Die Geschichte vom Bier

Die Erfindung des Bieres verliert sich im Dunkel der Vergangenheit. Wo immer der Mensch in seiner Geschichte auf Spuren des Bieres trifft, da sind es die Hinweise auf ein längst bekanntes und allgemein beliebtes Getränk, und es ist unwahrscheinlich, dass es je gelingen wird, den Erfinder des Bieres zu ermitteln und ihm ein Denkmal zu setzen.

Vermutlich handelt es sich aber auch gar nicht um einen Erfinder, sondern um eine Erfinderin, um eine Frau, die den Brotteig etwas länger stehen ließ als notwendig, ihn vielleicht vergaß, und ihn als in Gärung befindliche Masse vorfand. Fest steht jedenfalls, dass das Bierbrauen in alten Zeiten eine Aufgabe der Frauen gewesen ist und noch heute – bei einigen Völkern Afrikas – zur Hausarbeit der Frauen gehört.

Eine große Biertradition hatten die Babylonier schon früher entwickelt, und der König Hammurabi, der von 1728 bis 1686 v. Chr. regierte, war der erste Herrscher, der nachweislich – und lange vor den Bayern – das erste Reinheitsgebot erließ. Es besagte im wesentlichen, dass Bierpanscher, solange mit ihrem eigenem Bier vollgegossen werden sollten, bis sie daran erstickten. Die Babylonier exportierten ihr Bier unter anderem nach Ägypten, wo man rasch auf den Geschmack kam und schließlich selbst anfing, Bier zu brauen. Sie liebten es süß, die „alten Ägypter“, und würzten mit Alraun, mit Safran oder mit Anis. In Ägypten war das Bier außerdem ein Teil des Soldes, mit dem die Diener des Staates, Beamte und Soldaten, entlohnt wurden. Sogar die Sklaven hatten Anspruch auf Bier – mit gutem Grund. Ein Chronist berichtet, dass die mit dem Bau der Pyramiden beauftragten Sklaven nach dem Genuss des Gerstensaftes überaus lustig geworden seien und somit die Arbeit leicht von der Hand ging.

In nahezu aalen Kulturen der Erde hat das Bier eine Rolle gespielt – und spielt es noch. In Afrika fand man zum Hirsebier, in China zum Reisbier. In den hochentwickelten indianischen Kulturen gab es ebenfalls Bier. Im Reiche der Chimu, im heutigen Peru, trank man einfaches Bier das aus Mais hergestellt war. Nur die Griechen fehlen in diesem Reigen und haben sich dem Bier verschlossen. Die Griechen, die das Bier bei Römern probiert hatten, verhielten sich abweisend. Sie blieben beim Wein, und die Spartaner gingen sogar soweit, den Genuss des Bieres zu verbieten.

Wenn die Germanen in den Himmel guckten, dann lief ihnen schon das Wasser im Munde zusammen, denn der Himmel war in ihrer Phantasie eine riesige Braustube. Die Wolken sahen sie als einen gewaltigen Braukessel, den der Braumeister Thor bei Gewitter benutzte und der Regen galt als Wolkenbier. Die germanischen Götter, das wußte jeder im alte Germanien, hatten eine beneidenswerte Kondition, wenn es ums Biertrinken ging. Und die Germanen versuchten – den Göttern zuliebe – es ihnen gleich zu tun.

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